Reparatur einer Bulli-LDA-Dose
Die Alternative zur Lümmeltüte mit nur 10min Arbeit
 
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Simon Kühling <mail@simonkuehling.de>

Nach durchschnittlich 10 Jahren auf der Bördelkante quittieren die meisten Bulli-LDAs ihren Dienst. Die erstaunlich robuste Gummi-Gewebe-Menbran (Rollmembran) scheuert sich durch und der Ladedruck bewirkt keinen Ausschlag der Regelstange mehr.
Anstelle eines Kondoms, wie es schon des öfteren versucht wurde, habe ich testweise einfach stabile, weiche plastikfolie über die alte Membran gestülpt und mit Dichtmasse und vier 4mm Schrauben zwischen den aufgeflexten Rand geklemmt.
Ursprünglich ist der kürzere Teil der Dose um die Kante des zweiten Teils gebördelt und fixiert/dichtet so die Membran gegen den Ladedruck. Wenn man wie in den Zeichnungen zu sehen die Bördelkante einseitig wegflext, bleibt genügend Blech ringsum stehen, um den Rand später mit Schrauben wieder zusammen zu fügen.
Erste Tests mit der reparierten Dose zeigten wieder einwandfreie Funktion und lassen auf eine akzeptable Standzeit hoffen.
Dateils versuche ich in Zeichnungen zu verdeutlichen:

 
 
So ist die LDA-Dose gebaut. Zu erkennen ist hoffentlich, wie die Rollmenbran funktionieren soll ;-)
 
Schritt Eins
Die Dose wird im Schraubstock eingespannt und die Bördelkande in der gezeigten Position von oben runtergeflext. Der untere Teil behält dabei eine leichte Kante ringsum, die später beim Bohren beim Zentrieren hilft. In der Zeichnung fehlt die Regelstange, die vor dem zerlegen natürlich noch samt innenliegender Membran aus der Dose schaut.
 
  Schritt Zwei

Nachdem das Innere (Membran mit Stange und Feder) entfernt wurde, kann die Kante der Dose mit Löchern für die Schrauben versehen werden, die zum Schluß die LDA wieder verschließen und dicht halten sollen.
Ich habe mangels Auswahl vier 4mm Schrauben genommen, die so grade noch passen. 3mm und dafür z.b. fünf wären vermutlich eleganter aber so funktionierts auch ganz gut.
Tipp: Nach jedem Loch bereits eine Schraube durchstecken, damit die beiden Teile sich nicht mehr gegeneinander verdrehen können.
 
Schritt Drei
Jetzt wird die Membran und das Gestänge wieder in die größere Dosenhälfte gesteckt und ein großzügig geschnittener Teil der Folie darübergelegt. Versuche, die Form der Folie direkt der Membran anzupassen (Heißluft o.ä.) waren weniger erfolgreich - die Faltenbildung scheint der Funktion aber nicht zu schaden. Ich denke die Haltbarkeit wird nicht schlechter sein als die Variante mit Kondom, da die Folie ein gutes Stück dicker und Robuster ist.
Danach wird der zweite Teil der Dose an der Kante mit Dichtmasse (Silikon, Dirko rot o.ä.) beschmiert und auf den anderen Teil gesetzt. Wenn die Löcher deckungsgleich übereinander liegen, wird die Membran- und Folienschicht mit einem spitzen Gegenstand durchstochen und die Schrauben in die Löcher gesteckt.
 
Schritt Vier
Muttern aufgeschraubt und mit Loctite fixiert - wichtig ist, die Schrauben ordentlich anzuziehen, damit die neue Membran ringsum dicht hält.

Die Bastelaktion lässt sich stressfrei in 10-15min erledigen.

Gruß,
Simon Kühling